Ein Blick auf den Smart Glasses-Markt

"Die Frage ist nicht ob Smart Glasses, sondern nur wann"

Kommunikation, Unterhaltung und Wissen machen das Smartphone unersetzlich. All das empfangen wir über einen primitiven Bildschirm, der den Computer aufgrund seiner Mobilität ablösen konnte. Aber wie wäre es, diese visuellen Anforderungen in der realen Umgebung zu integrieren? Ganz einfach, revolutionär! Und genau deshalb werden AR-Brillen unsere Weltbild verändern!

0
über 30 kaufbare AR-Brillen bilden aktuell ein Marktgrundgerüst
0
Milliarden Euro Investitionen in AR-Segment allein in den letzen 2 Jahren
0
über 20 Unternehmen, die aktiv an aktuellen und neuen AR-Modellen arbeiten

Marktzustand: Wer hat aktuell die führende Smart Glasses?

Solange man der Smart Glasses noch keinen eigenen Absatzmarkt zumutet, finden sich die intelligente Brillen im Marktsegment der Wearables wieder. Die technologischen Kleidungsstücke haben von 2014 bis 2018 das Umsatzwachstum um mehr als 150% gesteigert. Möglich macht das der technische Fortschritt der letzten Jahre, welcher Akku, Chip und Co. unfassbar klein und leistungsstark ausbauen konnte. Letztlich gelang damit der starke Aufwärtstrend von Smart Watch und Smart Clothes

Der Jahresumsatz 2018 von 172,2 Millionen Euro wurde bereits im Juni realisiert. Die Prognose für den Wearable-Markt 2019 sollte die 200-Millionen-Euro-Marke deutlich übertrumpfen. Während sich der Trend SmartWatch aktuell an großer Beliebtheit erfreut, steht es um das Marktwachstum von Augmented-Reality und Mixed-Reality-Brillen auch nicht unbedingt schlecht: Die smarte Brillen haben im Jahr 2019 zur 50-Millionen Euro Umsatzmarke zwar noch einen weiten Weg, das Wachstumspotenzial ist allerdings nahezu utopisch!

Wer das aktuelle Flaggschiff der Smart Glasses steuert, ist schwer zusagen. Zumal sich die Brillen noch deutlich in Richtung Technik, Zielgruppe oder auch Funktionalität unterscheiden. In der Kategorie Mixed-Reality ist die Hololens 2 von Microsoft sozusagen das iPhone unter den Smart Glasses. Gerade bei diesen, holographisch überzeugenden, Brillen wird der Nachfolger der Hololens von der Magic Leap One sowie der Meta 2 dicht verfolgt.

Bei der einfachen AR-Brille legen wir den Fokus  auf das Zusammenspiel von Brillendesign und der Darstellung visueller Informationen im Alltag. Vorgelegt hat Vuzix Anfang 2019 mit der neuen Vuzix Blade durch die Integration von Wellenleiter-Technologie. Wer grundsätzlich starkes Design vor technischer Multifunktionalität stellt, sollte Interesse in der North Focals von Amazon finden. Aber auch Brillen wie die BT-300 von Kopin oder die Everysight Raptor für Radfahrer konkurrieren zwischen North Focals und Vuzix. 

Die Vuzix Blade gehört aktuell zu den ersten alltagstauglichen AR-Brillen und steckt voll mit bemerkenswerter Technologie!

Microsoft Hololens Brille

Mit der Microsoft Hololens 2 setzt Microsoft ein klares Statement zwischen den hologrammfähigen MR-Brillen.

Letztlich ist aktuell unmöglich, “die stärkste” Datenbrille auszuwählen. Denn die smarten Brillen unterscheiden sich hinsichtlich der Technologie, der Zielgruppe oder auch der Funktionalität einfach noch zu stark. Dementsprechend bieten Microsoft oder auch der Magic Leap exklusive 3D-Visualisierungen für Arbeit oder Freizeit. Die “einfache” AR-Brille hingegen strebt Kommunikation und Unterhaltung  auf visuellen Bildschirmen an. Während Vuzix dabei mehr auf den allgemeinen Verbraucher setzt, produzieren Everysight die optimale Smart Glasses für Radfahrer!

Marktprognose: AR-Brille als nächstes Apple-Flaggschiff?

Utopisch ist wohl das angemessene Wort, um die Prognose des Absatzmarktes der Smart Glass zu definieren. Denn die Zumutungen sind enorm und gehen bis in den Milliarden-Bereich. Grund dafür ist das Potenzial von AR- und MR-Brillen. Mit fortschreitender Technologie erreichen Datenbrillen unglaubliche Vorstellungen. Mit dieser Beliebtheit rechnet auch die Tech-Szene, wobei neben Google auch Apple, Samsung und Co. in Datenbrillen investieren.

Ganz vorne in der Gerüchteküche der Augmented-Reality-Brillen steht Apple. Dabei legt der Global Player alles daran, über die Bekanntmachung einer möglichen Apple Smart Glasses zu schweigen. Trotzdem ist es kein Geheimnis mehr, das Apple ebenfalls an einer AR-Brille forscht, so auch Apple-Spekulant Ming-Chi Kuo. Unter anderem durch die Übernahme des deutschen Konzerns Sensomotoric sowie Vrvana baut Apple bereits seit 2017 den Augmented-Reality Bereich stillschweigend aus.

Ob und wann eine Apple-Brille den Markt bereichern wird, ist unklar. Aber wenn Apple den Erwartungen nachkommt, dann finden wir 2020 eine AR-Brille vor, welche im Zusammenspiel aus Virtualität und Realität ein technologisches Denkmal setzt!

Hat die Smart Glasses das Wachstumspotenzial des Smartphones?

Der Umsatz des Smartphones betrug 2018 mehr als 1,4 Milliarden Dollar(Quelle Statista). Acht Jahre zuvor waren es gerade mal 304,7 Millionen Euro. Das ist eine unglaubliche Wachstumsrate von gigantischen 359 Prozent. Ohne Zweifel war das Smartphone ein technologisches Denkmal und das erfolgreichste Produkt des Jahrzehntes. 

Der Erfolg kommt zum Dank der technologischen Überlegenheit, Multifunktionalität und des simplen Komforts. Gerade hier wird es nochmal interessant, denn all das sind Faktoren, in denen AR-Brillen prognostizierend ebenfalls überzeugen können. Wir möchten sogar noch weiter gehen und andeuten: Das Smartphone wird zukünftig bei Funktionen oder Fähigkeiten der AR-Brillen nicht unbedingt mithalten können. 

Selbstverständlich ist das reine Spekulation und für so manch einen Fachmann irrsinnig. Trotzdem sollten wir das Potenzial und die bemerkenswerte Technologie hinter AR-Brillen nicht unterschätzt werden!

Was spricht gegen die smarte Brille?

Der Trend Smart Glass ist alles andere als neu. Bereits 2013 stellte Google die erste AR-Brille vor und demonstrierte mit der Einstellung nach gerade mal 2 Jahren, dass Datenbrillen in keinem Fall ein Selbstläufer werden. Die Smart Glass stellt in vielen Belangen große Fragezeichen auf. Woran die Trendentwicklung und ein erfolgreicher Markteintritt letztendlich scheitern könnten, werden wir nachfolgend erläutern?

Grundsätzlich spricht das Preis-Leistungsverhältnis aktuell am stärksten gegen einen zukünftigen Erfolg der smarten Brillen. Im Moment ist eine leistungsfähige AR-Brille nicht unter 500 Euro erhältlich. Ebenso die neue Vuzix Blade, welche dem Konsumenten 760Euro ärmer macht. Während Focals by North oder auch Everysight diesen Preis mit jeweils 599 und 649 Euro für weniger Funktionalität unterbieten, erhöht Google auf satte 1000 Euro für die neue Enterprise 2. Bei einem Blick auf Mixed-Reality-Brillen wird klar: Es geht sogar noch schlimmer. Dementsprechend verlangt Microsoft ganze 3500 Euro für die Hololens 2, während Leap die Magic Leap one qualitativ niedriger, aber für 2295 Euro anbietet.

Schnell wird deutlich, dass sich der Preis nach Funktionalität stark unterscheidet und noch deutlich zu hoch angesetzt ist. Das muss zukünftig nicht unbedingt der Fall sein, zumal die Technik auf der anderen Seite noch weiter fortschreiten wird. Das aktuelle Preis-Leistungsverhältnis ist definitiv einer der entscheidenen Beweggründe, noch nicht in Smart Glass zu investieren.

Auf der Kehrseite der Medaille steht gefühlt §1 bis §48 des Datenschutzgesetzes. Denn wenn eine Datenbrille möglichst effizient arbeiten soll, muss sie möglichst jedes kleine Datei im menschlichen Sichtfeld erfassen. Das heißt unter anderem eine ständig aktivierte, öffentliche Kamera. Auch wenn es zunächst unwahrscheinlich scheint, ist das Nutzen einer AR-Brille rein rechtlich sogar in Ordnung. Auf menschenrechtlicher Basis definiert die smarte Brille allerdings ein nicht lösbares Problem. Entscheidend für einen erfolgreichen Markteintritt ist also die Frage der gesellschaftlichen Akzeptanz.

Fazit

Es ist kein Wunder, dass smarte Brillen noch keinen Platz in unserer Welt finden. Zu hohe Preise, zu schwache Technologien und auch wenig gesellschaftliche Akzeptanz zeigen, dass der Mensch noch nicht bereit für AR-Brillen ist. Allerdings bannt sich aktuell eine immer weiter wachsende Beliebtheit an, die zukünftig die Marktbarrieren der Smart Glasses überwinden werden. 

Ein Blick in das Potenzial und die Möglichkeiten macht deutlich, dass wir den intelligenten Brillen noch Zeit geben sollten. Hier 800 Tausend, da 30 Millionen Euro oder sogar noch mehr:  Technologie-Giganten wie auch Apple oder auch Intel Millionen in Augmented-Reality. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Smart Glasses unsere sinnliche Wahrnehmungsfähigkeit revolutionieren!